Theater der Macht

Eine Sonderausstellung im Louvre, 27. September 2017 – 2. Juli 2018. Adresse: Rue de Rivoli, 75001 Paris, Metro Linien 1 und 7 Station „Palais-Royal, Musée du Louvre“. Von der Métro aus gibt es einen direkten Zugang zum Louvre. 

Die Petite Galerie im Louvre

Der Louvre bietet regelmäßig eine Jahresausstellung, parallel zu jedem neuen Schuljahr. Diese Ausstellung findet in der Petite Galerie statt, im Flügel Richelieu.

Die Petite Galerie empfängt Schulklassen, denen das Thema anschaulich nahegebracht wird.

Für individuelle Besucher des Louvre ist die Petite Galerie im Eintrittspreis enthalten.

Verschiedene Installationen wie Touchscreens, mit deren Hilfe der Besucher verschiedene Bereiche eines Bilds anklicken kann, erklären die Werke im Detail und helfen so, die Kunst besser zu verstehen.

 

Théâtre du Pouvoir – Theater der Macht

Bei der Ausstellung 2017/2018 dreht sich alles um die Inszenierung der Mächtigen. Wie schon bei den Portraits von Rubens erklärt, waren Bilder und Skulpturen ein Propagandamittel, durch die der Herrscher seine Macht und Stärke repräsentieren konnte.

Die Ausstellung beginnt mit dem Portrait von Ludwig XIII., an dem erklärt wird, welche Symbole im Bild enthalten sind. Symbole, die man im Laufe der Ausstellung auf den meisten Herrscherbildern wiederfindet.

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Ruinen und Statue des Marc Aurel, Giovanni Paolo Pannini, 79 x 97 cm.

Außerdem geht die Ausstellung auf das Reiterstandbild ein, ebenfalls eine beliebte Darstellungsart von Königen.

Wir sehen ein Bild auf dem die Reiterstatue von Marc Aurel, dem römischen Kaiser, dargestellt ist. Dieses Statue diente als Vorbild für die meisten Herrscher. Neben diesem Bild befindet sich eine Bronze-Reiterstatue von Ludwig XIV., dem Sonnenkönig, bekleidet mit römischer Kleidung.

 

Des Weiteren sehen wir ein Bild von der Aufstellung der Statue von Heinrich IV. von Frankreich auf der Brücke Pont Neuf. Die Statue, die wir heute noch dort betrachten können. Henrich IV. war der erste König der Familie der Bourbonen. Im Laufe der französischen Revolution war seine Statue niedergerissen worden. Als nun im 19. Jahrhundert die Monarchie kurzfristig zurückkehrte, ließ der König Ludwig XVIII. diese neue Statue errichten, um zu zeigen, dass er als Nachfolger eben dieses Bourbonen-Königs der legitime Herrscher sei.

 

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Wiedererrichtung der Reiterstatue des Henri IV, Hippolyte Lecomte, 76 x 119 cm, 1842.

Nicht nur Bilder und Skulpturen werden uns angeboten, sondern auch Gegenstände wie Schwerter, Zepter und Kronen.

Am Ende wurden drei große Bilder nebeneinander gehängt, die die Entwicklung in der Darstellung zeigen: Ludwig XVI. als König, Napoleon Bonaparte als Kaiser, Louis-Philippe als Herrscher der konstitutionellen Monarchie.

Auf einem Bildschirm läuft eine Diashow mit 12 Bildern der französische Staatshäupter, von Ludwig XIV. bis Emanuel Macron, aus der deutlich wird wie sich die Macht-Symbole im Laufe der Zeit verändert haben.

 

Der Ausstellungskatalog hat mehrere Funktionen. Er erläutert wie üblich die ausgestellten Werke, gibt darüber hinaus aber noch didaktisch wertvolle Erklärungen. Ein Plan des Louvre im hinteren Umschlag des Katalogs lädt dazu ein, die Ausstellung eigenständig zu ergänzen. Der Plan weist auf Kunstwerke hin die sich im gesamten Louvre befinden, die ebenfalls ganz im Thema „Théâtre du Pouvoir“ stehen. Hier ein Beispiel:

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Die Heiligung von Napoleon I. und Krönung der Kaiserin Josephine in der Kathedrale Notre-Dame de Paris, Jacques-Louis David, 6,21 x 9,79 m, 1806-1807.

Man kann in 5 Minuten durch die Ausstellung laufen, oder ihr 30-45 Minuten widmen, wenn man interessante Dinge lernen möchte. Wer wirklich dem Thema auf den Grund gehen möchte, durchforstet also den Louvre, um auch die anderen Werke zu finden.

Es bleibt dem Besucher überlassen, für welche Variante er sich entscheidet.

Gemälde sind alles andere als nur schöne Bilder. Die Ausstellung macht dies deutlich.

Wenn du noch mehr zu diesem Thema wissen möchtest, gelangst du hier zum Artikel Rubens – Portraits Princiers.

 

Deine Anna

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