Die schönsten Cafés und Patisserien in Paris

Selbst Kaffee trinken gehört in Paris zur Kultur. Und viele Cafés bergen Geschichten. Bestellt man dazu noch etwas feines aus der französischen Patisserie, so bekommt man oft ein kleines Kunstwerk serviert. Ich habe hier die für mich schönsten Cafés und Patisserien in Paris zusammengestellt.

In der Podcast-Episode „Französische Desserts“ erzähle ich dir außerdem etwas über die bekanntesten Patisserien. Klicke dazu einfach auf das Bild!

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Die Gastronomie eines Landes bietet eine sehr angenehme Art, sich einer fremden Kultur zu nähern.

„Wie man eine Sache macht, so macht man alles andere“. Die französische Raffinesse zieht sich durch die gesamte französische Küche.

Ich möchte dir nun ein paar Cafés und Patisserien vorstellen, die diesen „französischen Geist“ bewahren und pflegen.

Les deux Magots

Künstler wie Picasso, Schriftsteller wie Hemingway, Philosophen wie Sartre und viele andere kamen her, um zu arbeiten und sich auszutauschen. Es war der Künstler-Treffpunkt schlechthin.

Auch heute sieht man noch Leute, die hier einer kreativen Tätigkeit nachgehen. Aber auch Touristen, Franzosen der Bourgeoisie und einfach alle möglichen Leute jeder Couleur.

Zwei Chocolat chaud kosten hier 16€. Die Patisserien sind von Pierre Hermé, dem Weltmeister der Patisserie und haben dementsprechend auch einen gewissen Preis.

Wer ins Deux Magot geht, muss sich bewusst sein, dass man hier nicht nur den Kaffee bezahlt, sondern genau diesen mythischen Flair.

Gegenüber vom Café befindet sich außerdem eine der ältesten Kirchen von Paris: Église Saint-Germain-des-Prés.

Diese Kirche zeigt unterschiedliche Stile, da sie vom 10. bis zum 12. Jahrhundert gebaut wurde. Sie diente als Grabstätte der französischen Könige. Es lohnt sich dort mal reinzuschauen.

Café de Flore

Auch das Café Flore gehörte zum Künstler-Treffpunkt, denn es liegt genau neben den Deux Magots. Die Künstler zogen oft zwischen den beiden Cafés hin und her.

Preislich sind beide Cafés auf dem selben Niveau.

Auch hier ist es die Geschichte und das Ambiente die den Preis bestimmen.

Natürlich sind die Speisen und Getränkte ebenfalls bester Qualität.

Aber man kommt vor allem hierher, um den Moment zu genießen und sich vielleicht in eine andere Zeit zu versetzen.

Schaut man sich alte Fotos an, so stellt man fest, dass sich kaum etwas verändert hat: Die gleichen Bistro-Tische und Stühle, das Dekor… es wirkt noch so wie damals. Nur die Mode hat sich verändert.

Angelina

Angelina ist ein Caféhaus, das 1903 vom Österreicher Antoine Rumpelmayer gegründet wurde. Dieser Ort wurde sehr schnell zum beliebten Treffpunkt der französischen Aristokratie.

Künstler und Designer wie Coco Chanel und Marcel Proust sollen hier ein und aus gegangen sein.

Angelina bewahrt seinen ursprünglichen Charme, sein klassisches Dekor, die Kellner die traditionelle Tracht…

Die Qualität der Speisen und Patisserien entspricht einem sehr hohen Niveau und verlangt dementsprechend seinen Preis.

Dennoch kann es sein, dass man zur Café-Zeit ein wenig anstehen muss. Denn längst haben die Touristen diesen Ort entdeckt.

Angelina hat mehrere Standorte in Paris. Das hier beschriebene Caféhaus befindet sich in der Rue de Rivoli.

Eine andere Möglichkeit die Patisserien von Angelina zu verkosten bietet das Restaurant Renault auf den Champs-Élysées.

Hier können Auto-Liebhaber sich einige Modelle von Renault anschauen und die Boutique durchstöbern.

Im Obergeschoss befindet sich das Restaurant, das durch die Glaswände ein sehr angenehmes Ambiente und einen Blick auf die Flaneure auf der Champs-Élysées bietet.IMG_4806

Wie angedeutet, auf der Dessert-Karte findet man Patisserien von Angelina.

Wer sich hier, vor allem im Winter, einfach nur aufwärmen möchte, dem empfehle ich die heiße Schokolade von Angelina: Chocolat chaud „L’Africain“.

Ein weiteres Café von Angelina befindet sich im Musée du Luxembourg. Da lässt sich doch ein Museumsbesuch mit etwas Kunst für den Gaumen wunderbar abschließen.

Ladurée

Die Geschichte von Ladurée geht zurück ins 19. Jahrhundert. Alles begann 1862 mit einer einfachen Bäckerei, die Louis Ernest Ladurée gegründet hatte.

Etwa 10 Jahre später gab es einen Brand, sodass die Bäckerei renoviert werden musste. Da beschloss Ladurée, eine Patisserie daraus zu machen.

In der Dekoration mischte er die Stile mit vielen klassischen Elementen.

Im Laufe der Zeit wurde die Patisserie immer luxuriöser. Das Haus spezialisierte sich auf die beliebten französischen Macarons.

Aber auch heute noch werden neue Elemente eingebracht. Der Mix der Stile führt sich sowohl im Dekor, als auch in den Patisserien fort.

Leider ist Ladurée heute sehr, sehr überlaufen von Touristen, trotz der gepfefferten Preise.

Wenn man nicht unbedingt im Café-Bereich sitzen muss, kann man in die Bar gehen.

In der Lounge-artigen Bar ist das Dekor asiatisch angehaucht, sehr angenehm.

Ich mag auch die Tees von Ladurée. Ich empfehle besonders „Jardin bleu royal“.

Ladurée hat noch weitere Standorte und Boutiquen in Paris. Am schönsten bleibt aber Ladurée aux Champs-Élysées.

Senoble

Senoble ist ein Familienunternehmen, das 1921 mit einer Käserei begann. Die Familie hatte sich auf Milchprodukte spezialisiert und entwickelte sich im Laufe des letzten Jahrhunderts immer weiter.

Der aktuelle Direktor, Marc Senoble, hat das Wissen im Umgang mit Milchprodukten und die Qualität des eigenen Produkts mit französischer Patisserie zusammengebracht.

2017 eröffnete er sein erstes Café Senoble im 2. Arrondissement von Paris in der Rue des Petits-Champs.

Ich habe die Arbeiten gut verfolgen können, da das Café gegenüber vom kunsthistorischen Institut liegt und ich somit mehrmals die Woche daran vorbeikam.

Wenige Tage nach der Eröffnung habe ich dort die Spezialität des Hauses probieren können: Les petits laitiers.

Das sind kleine Käsekuchen mit einem Fruchtspiegel. IMG_4816

Es gibt aber auch andere französische Spezialitäten wie Macarons, Choux und weitere Delikatessen.

Ganz besonders kann ich das Frühstück bei Senoble empfehlen. Man bekommt eine Viennoiserie (z.B. Croissants), ein Körbchen mit verschiedenen Brotsorten, hauseigene Konfitüren, die wirklich sehr lecker sind, ein heißes Getränk und O-Saft. Auch ein Sekt-Frühstück ist möglich.

Wenn ich mich recht erinnere, kostet das Frühstück 12 € pro Person. (ohne Sekt)

Grundsätzlich sind die Preise eher „Parisien“, aber dennoch abordable.

Das Dekor ist modern, mit kleinen klassischen Anspielungen hier und da.

Nach dem Besuch im Café bietet es sich an, eine Runde durch den schönen Garten des Palais-Royal zu spazieren, der sich direkt hinter dem Café befindet.

Odette Paris

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Odette Paris ist eine Patisserie, die sich auf eine Sache spezialisiert hat: Windbeutel! Auf französisch „Choux“.

Odette befindet sich in unmittelbarer Nähe zu Notre-Dame de Paris.

Die Geschichte dieser Patisserie hat so gar nichts gemeinsam mit den zuvor beschriebenen.

Der Gründer, Frédéric Berthy, der für diverse Computer-Firmen wie z.B. Microsoft gearbeitet hatte, träumte davon ein Café zu eröffnen.

Als er klein war, hatte er immer die leckeren Choux seiner Großmutter Odette gegessen.

2013 eröffnete er sein Café im schönen Viertel Saint-Michel, im 5. Arrondissement.

Bevor ich nach Paris kam, kannte ich nur eine Sorte Windbeutel: Die tiefgefrorenen von Bofrost.

In Frankreich gibt es Choux mit Füllungen in allen möglichen Geschmacksrichtungen. Manche werden mit Puderzucker bestreut, andere bekommen zusätzlich eine Glaçage.

Das Café Odette befindet sich in einem alten Pariser Fachwerkhaus. Vom Obergeschoss blickt man auf das animierte Viertel hinunter…

Auch die Geschichte hinter diesem Café ist schön, nicht wahr? Jemand gibt seinen Job auf um sich einen Traum zu erfüllen. Dann benennt er das Café nach seiner Großmutter!

Man bekommt also nicht nur einen Gaumenschmaus, sondert einen erfüllten Traum, eine Liebesgeschichte…

Auch als Tourist mit knapper Kasse kann man sich mindestens einen Chou leisten: 1 Chou kostet 1,90!

Also, nichts wie hin!

Meine Führung „Das kulturelle Herz von Paris“ endet übrigens ganz in der Nähe von Odette. Wie wärs also mit einem Kaffee und einem kleinen Chou direkt im Anschluss?

Le Valentin

Le Valentin gehört absolut zu meinen Lieblingscafés. Ich habe dieses Café entdeckt, als ich ganz neu in Paris war. Ich hatte ganz in der Nähe gewohnt und bin dort oft mit meinen Freunden hingegangen, die mich in Paris besucht haben.

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Das Café befindet sich in der Galerie Jouffroy im 2. Arrondissement. Das ist eine der bekannten überdachten Passagen von Paris. Hier gibt es Kunstgalerien, Boutiquen, Antiquitäten, das Hotel Chopin im klassischen Stil und eben auch Le Valentin.

Die Patisserie und Chocolaterie sind bester Qualität à la française. Liegen preislich aber deutlich niedriger als z.B. Le deux Magots oder Angelina. Hier kannst du dir die Karte anschauen.

Für alle, die Schokolade mögen, empfehle ich le „Petit cœur“. Das ist eine Patisserie aus dunkler Mousse au chocolat mit einer Orangenfüllung… einfach délicieux!

Café Pouchkine

In den 60er Jahren sang der Franzose Gilbert Bécaud im Lied „Nathalie“ von einem Café Pouchkine in Moskau. Ab dem Zeitpunkt suchten Touristen das Café, das aber gar nicht existierte, sondern der Phantasie des Sängers entsprungen war.

1999 eröffnete André Dellos eben dieses Café auf dem Boulevard Tverskoy in Moskau, genau auf dem Boulevard wo der Schriftsteller Pouchkine sich oft aufgehalten hatte.

Die letzte Idee von André Dellos war, traditionelle russische Speisen mit französischer Raffinesse zu kombinieren. Daraus ist das Café Pouchkine Paris entstanden, das Ende November 2017 an der Place de la Madeleine geöffnet hat. IMG_4906.JPG

Der Stil führt uns zurück ins 18. Jahrhundert. Ein Raum, eingerichtet wie eine Bibliothek, erinnert an den Schriftsteller und Namensgeber des Cafés.

Das Café bietet Speisen für jede Tageszeit: Petit-déjeuner, Déjeuner, Café et Patisserie, Dîner.

Die Preise sind etwas gehoben, entsprechend der Kategorie, aber nicht übertrieben.

Das Café befindet sich direkt gegenüber der Kirche Madeleine, am Ende der Rue Royal, also in einem chicen Viertel von Paris. Anschließend kann man die Boulevards entlang schlendern. Entweder Richtung Place de la Concorde oder Richtung Opéra Garnier.

Metro Linie 8, Station „Madeleine“. Adresse: 16 Place de la Madeleine, 75008 Paris.

Das waren jetzt erstmal meine persönlichen Lieblinge.

Wenn du noch andere Cafés und Patisserien in Paris kennst, die du weiterempfehlen kannst, dann schreib mir!

Ich teste sehr gerne neue Sachen und erweitere diesen Artikel.

Bon appétit !

Falls du dich in der Nähe von Sehenswürdigkeiten befindest und ein gutes Restaurant suchst, dann schau doch in meinen Artikel „Gutes Essen in Paris in der Nähe von Sehenswürdigkeiten“.

Oder suchst du nach dem berühmtesten französischen Gebäck, den Macarons? Im Artikel „Die Spitze der französischen Gastronomie“ verrate ich dir, wer die weltbesten Macarons macht und wo in Paris du sie findest.

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