Auslandsstudium Teil 1: ERASMUS in Paris – Vorbereitung

Du möchtest in Paris studieren, im Austauschprogramm (Erasmus) oder auf eigene Faust?

Du fragst dich, ob du es wirklich tun sollst?

Ob es dein Studium unnötig verlängern wird, oder vielleicht doch eine wichtige Erfahrung wird?

Du hast Angst, dass du die Finanzierung nicht hinbekommst?

Ob dein Französisch gut genug ist? …

Wenn du dir solche und ähnliche Fragen stellst, dann bist du hier genau richtig. 

Ich bin den Weg gegangen und möchte dir davon berichten. Vielleicht hilft es dir bei der Entscheidung. Ich habe meine Erfahrungen in diese Serie von 10 Artikeln gepackt.

In diesem ersten Artikel soll es darum gehen, wie ich zunächst auf die Idee gekommen bin, in Frankreich zu studieren und welche die ersten Schritte waren, um dies zu realisieren.

Der Beginn des Französischstudium und die Idee zum Auslandsjahr in Frankreich:

Eigentlich begann alles mit einer Bauchentscheidung. Ich wollte Kunstgeschichte an der Uni Köln studieren. Das war noch der bewusste Entschluss.

Nun ist es aber so, dass man an der Philosophischen Fakultät der Uni Köln ein zweites Fach wählen muss. Mein erster Gedanke war: Französisch!

Und aus dieser Intuition heraus entsprang eine Reihe von Folgeereignissen, völlig unerwartet, unvorhergesehen und ungeplant.

Ich hatte in der Schule nicht sehr lange Französisch gehabt. Aber diese Sprache, Frankreich und die französische Kultur und Geschichte haben mich schon sehr lange fasziniert.

Ich wollte diese Sprache lernen und wirklich beherrschen. Aber mit der Wahl dieses Studienfachs hatte ich zunächst ja keine Ahnung was mich erwartete…

Vor Antritt des Studiums macht man einen Sprachtest, um in ein bestimmtes Niveau eingestuft zu werden. Es werden auch von Anfang an Infoveranstaltungen zu ERASMUS angeboten.

ERASMUS ist ein Förderungsprogramm für internationales Studium des deutschen akademischen Austauschdienstes (DAAD). Ich habe anfangs nicht an den Veranstaltungen teilgenommen, weil ich dachte, man müsse besonders viel Geld haben, außerdem dauert das Studium dadurch länger etc.

Während dieses ersten Semesters nahm ich an einer Kunstgeschichtsexkursion teil, bei der ich eine Kommilitonin kennenlernte, die ein Semester ERASMUS in Paris gemacht hatte. Sie erzählte so begeistert von ihren Erfahrungen und konnte gar nicht nachvollziehen, wieso ich nicht diese Möglichkeit nutzen wollte und entkräftete alle meine Argumente.

Nach dieser Exkursion war ich „geheilt“.

Vorbereitungen für ERASMUS in Paris:

Zurück an der Uni ging die Recherche los.

Ich habe mich dabei zunächst am eigenen Institut über Fristen, einzureichende Unterlagen etc. erkundigt. Man sollte aber auch an anderen Instituten schauen, da oft Restplätze übrigbleiben.

Die meisten Institute wollen einen tabellarischen Lebenslauf, ein zweiseitiges Motivationsschreiben und ein Transcript of Records und je nach Institut noch weitere Unterlagen.

Nach Einreichen der Bewerbung und nach Ablauf der First wartet man ein paar Wochen (bei mir waren es 2 Wochen), bis die Antwort kommt. Dann musste ich bestätigen, ob ich den Platz annehme, oder nicht.

Falls man sich an mehreren Instituten beworben hat, sollte man sich wirklich schleunigst entscheiden, damit Nachrücker auf der Warteliste schnellstmöglich ihre Chance bekommen.

Danach schickt das ERASMUS-Büro verschiedene Unterlagen mit Infomaterial zu. Man bekommt außerdem das Anmeldeformular der Ziel-Uni.

Anschließend folgt die Einschreibung online an der ausländischen Uni. Nun kann es ein paar Wochen dauern, bis die Anmeldebestätigung eintrifft.

In der Zwischenzeit sollte man sich schleunigst um eine Unterkunft im Ausland kümmern. Die Universität stellt nichts bereit. Man kann auf Seiten wie WG-gesucht.de nachschauen, was in meinem Fall ganz gut geklappt hatte.

Ich kann auch die Facebook-Gruppe „Deutsche in Paris und Umgebung“ empfehlen. Da werden regelmäßig Zimmerangebote gepostet.

Wer Bafög bekommt, sollte auch hier den Antrag schnell stellen. Man bekommt zum Standardbeitrag einen Auslandszuschuss. Bei mir waren es etwa 50 €. Der ERASMUS-Beitrag lag bei etwa 140 € im Monat.

Das entspricht aber noch nicht dem vollständigen Beitrag. Am Ende des Studienjahres gibt es in der Regel eine Restgeldausschüttung. Man ist dann aber wieder zurück in Deutschland, es nützt einem für den Aufenthalt in Paris selbst herzlich wenig.

Jetzt mal ganz ehrlich: 600 € Bafög (Höchstsatz) + 50 € Auslandszuschuss + 140 € ERASMUS-Geld = 790 € … das ist sehr, sehr knapp für Paris, um nicht zu sagen unmöglich!

Entweder muss die Familie einem unter die Arme greifen, man arbeitet vor Ort oder man arbeitet vorher in Deutschland und legt ein wenig beiseite.

In anderen französischen Städten soll man wohl mit Bafög+ERASMUS-Geld auskommen können. In Paris nicht!

Ich lege daher jedem, der ERASMUS in Paris plant, ans Herz: klärt das Finanzielle vorher ab! Wer in Paris arbeiten möchte, muss schon ziemlich sicher im Umgang mit der Sprache sein. Aber lasst euch gesagt sein, man braucht eine gewisse Orientierungszeit zum Einschreiben, Kurse wählen, einleben, Freunde finden…

Je mehr ihr vorher regelt, umso angenehmer wird der Einstieg.

Wie ich mich in Paris eingelebt habe und das Jahr dort verbracht habe, erfahrt ihr im nächsten Teil.

Aber nochmal zum Schluss: Lasst euch vom Organisatorischen nicht abschrecken.

Ich empfehle wirklich jedem, eine Auslandserfahrung im Studium zu machen! Für mich war es eine sehr große Bereicherung!

Lies weiter in Teil 2.

Au revoir,

Deine Anna

 

 

 

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